
Fitness für das Herz
Der prozentuale Anteil übergewichtiger und adipöser (fettleibiger) Menschen nimmt weltweit seit einigen Jahrzehnten stetig zu.
Bereits 2003 gab das Robert-Koch-Institut in seiner Gesundheitsberichterstattung des Bundes bekannt, dass in Deutschland rund zweidrittel der männlichen Bevöl-
kerung und etwa die Hälfte der weiblichen Bevölkerung übergewichtig oder adipös sind und der Anteil adipöser Kinder bereits bei rund 7 % liegt. Dabei ist Übergewicht und Adipositas ursächlich mit der Entstehung von Herzerkrankungen - eine der häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern - verknüpft. Dennoch, so zeigen Umfragen, treiben 37 % der erwachsenen deutschen Bevölkerung keinen Sport.
Dabei konnte in vielen wissenschaftlichen Studien gezeigt werden, dass körperliche Aktivität mit einer Verminderung der Sterblichkeit durch Herz- und Kreislauferkran-
kungen einhergeht. Für Deutschland wird geschätzt, dass mehr als 6.500 Herz-Kreislauf-Todesfälle pro Jahr vermieden würden, wenn die Hälfte körperlich inaktiver Männer im Alter von 40-69 Jahren gemäßigten körperlichen Aktivitäten nachgingen. Auch nach einem bereits erlittenen Herzinfarkt zeigen sich deutliche positive Effekte von moderatem körperlichen Training auf das weitere Überleben. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch, dass nur ein regelmäßiges Training die Gesundheitssituation der Betroffenen verbessern kann.
Die Bewegungs-Diät
Während zahlreiche mehr oder weniger sinnvolle Diäten und Ernährungskonzepte propagiert und angewandt werden, ist der Stellenwert der körperlichen Aktivität immer noch nicht hinreichend bekannt. Körperliche Aktivität vermindert einerseits die Risikofaktoren von Herz- Kreislauferkrankungen (z. B. Bluthochdruck und überhöhte Cholesterinwerte) und übt zusätzlich einen günstigen Einfluss auf das herzeigene Blutgefäßsystem aus. D. h. sie kann die Weite der Blutgefäße günstig beeinflussen, aber auch Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen unterdrücken, die für das Entstehen von gefährlichen Blutgefäßverkalkungen verantwortlich gemacht werden.
Die Fitness-Strategie
Gesundheitsfördernde Bewegungsprogramme sollten nach den Wünschen und Erfordernissen der Betroffenen gestaltet werden, um möglichst gute Langzeitergeb-
nisse zu erzielen. Bereits eine konsequente Steigerung der Alltagsaktivitäten (z. B. Treppensteigen) wirkt sich ausgesprochen günstig aus. Daneben sollte versucht werden, durch sportliche Aktivitäten (z. B. Laufen, Walking, Krafttraining, etc.) den Energieverbrauch zusätzlich zu erhöhen, um eine gute Fitness zu erreichen. Ziel sollte hierbei eine Belastungsdauer von ca. 30 bis 45 Minuten an drei bis vier Tagen in der Woche sein, um einen zusätzlichen Energieverbrauch von rund 2.000 kcal/Woche zu erreichen. Aus ärztlicher Sicht wird unter dem Begriff Fitness ein Zustand guter körperlicher und geistig-seelischer Leistungsfähigkeit verstanden, der uns zugleich Lebenszeit und Lebensfreude schenkt.
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