Clever planen – stressfrei genießen

Endlich Urlaub

Für Millionen Bundesbürger sind es die schönsten Wochen des Jahres. Dabei können unbeachtete scheinbare Kleinigkeiten den Urlaub gewaltig verderben. Deshalb gilt: Auf die richtige Planung kommt es an.

Die Planung beginnt schon beim Auslandskrankenversicherungsschutz. Außerhalb Europas ist eine solche Versicherung ein absolutes Muss, denn dort gilt die heimische Krankenversicherung nicht. Und ein Krankenhaustag in den USA etwa kann locker 3.000 und mehr US-Dollar kosten. Doch auch in Europa sollte eine solche Versicherung unbedingt abgeschlossen werden. In den meisten Fällen wird auch die Europäische Gesundheitskarte nichts daran ändern, dass im Krankheitsfall eine Behandlung häufig nur gegen Barzahlung stattfindet. Wer sichergehen will, dass er nicht auf seinen Behandlungskosten sitzen bleibt, braucht eine private Reisekran-
kenversicherung. Und die macht auch aus einem anderen Grund Sinn. Denn durch die gesetzliche Krankenversicherung sind Rücktransporte per Flugzeug - auch in medizinischen Notfällen nicht abgedeckt. Ein Rücktransport von den Balearen, den Kanaren oder der Türkei schlägt dann mit mindestens 8.000 bis 10.000 Euro zu Buche. Bei Fernzielen können es bis zu 50.000 Euro sein.

Wie steht's um Ihren Impfschutz?

Vor Reiseantritt sollten Sie unbedingt den Impfstatus prüfen. Dabei geht es nicht nur um die häufig gestellte Frage, ob eine Malariaprophylaxe notwendig ist oder nicht, da Städte und viele Urlaubsregionen malariafrei sind. Wer zum Beispiel in Afrika einen Cluburlaub plant, braucht meist keine Malariaprophylaxe mehr, während die Lage bei der Teilnahme an einer Safari anders sein kann. Hier sollten Sie sich mit ihrem Arzt besprechen, denn oft kann auch die Mitnahme eines so genannten Stand by-Präparates ausreichend sein. Sehr wichtig ist die Frage, ob die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie noch wirksam sind. Alle zehn Jahre ist hier eine Auffrischung notwendig - und eine Reise ins Ausland, insbesondere wenn sie mit Sport und Abenteuer verbunden ist, sollte Anlass sein, diesen Impfschutz aufzufrischen.

Was gehört in die Reiseapotheke?

In jedes Urlaubsgepäck gehört unbedingt eine Reiseapotheke, die Mittel gegen Kopfschmerzen, Fieber und Durchfall, eine Salbe gegen Verstauchungen und Prellungen, juckreizstillende Gele bei Insektenstichen und Spray oder Lotion zur Vorbeugung von Insektenstichen sowie die persönlich benötigten Medikamente enthalten sollte. Wer auf Abenteuerurlaub geht, sollte sich zu diesem Thema von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.
Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetiker oder Asthmatiker müssen die regelmäßig benötigten Medikamente von zuhause mitnehmen und auf die richtige Aufbewahrung z. B. von Insulin achten, das kühl gelagert werden muss. Wegen der Mitnahme des Spritzbesteckes im Handgepäck sollten Sie sich bei Flugreisen vorher bei der Airline erkundigen, mit der Sie fliegen. Gegebenenfalls müssen Sie sich eine ärztliche Bescheinigung für Zoll und Sicherheitskontrollen besorgen.

Wenn's endlich los geht

Am Vorabend der Reise möglichst früh ins Bett, wenig Alkohol und leichtes Essen. Für die Fahrt - vor allem angesichts der Verkehrsdichte – genügend Zeit einplanen und alle zwei bis drei Stunden eine Pause machen. Genügend Spielzeug, Bücher und auch den fast schon obligatorischen MP 3-Player für die Kinder mitnehmen. Kleinere Kinder lassen sich während der Fahrt sehr gut mit Aufgaben beschäftigen: Brücken zählen, Autokennzeichen aufschreiben usw. Flugzeuge haben - angesichts sinkender Flugpreise - eine ziemlich enge Bestuhlung. Gerade bei langen Flügen sollten Sie deswegen zwischendurch immer wieder mal aufstehen und auf den Füßen wippen, um so die Durchblutung der Beine anzuregen. Nicht nur Vielreisende haben gute Erfahrungen mit Stützstrümpfen gemacht. Für Kinder können Start und Landung wegen der Druckveränderungen sehr unangenehm sein. Ein Bonbon oder ein Kaugummi schaffen meist Abhilfe. Gerade auf längeren Flügen kommt dem Thema Trinken eine besondere Bedeutung wegen der trockenen Luft in der Kabine zu. Erfahrene Flieger nehmen sich deswegen eine eigene Mineralwasserflasche mit, um genügend Flüssigkeit zu sich nehmen zu können. Alkohol ist kein Ersatz, zudem wirkt er wegen der dünneren Luft stärker als am Boden.

Tipps rund um Auto und Handy

Wer mit dem eigenen Wagen in den Urlaub fährt, sollte sich erkundigen, ob im Ziel land eine Warnweste für den Pannenfall mitgeführt werden muss. Informieren Sie sich vor Reiseantritt. wie die Handynutzung im Zielland während der Fahrt geregelt ist. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, und die kann finanziell ziemlich drastisch ausfallen. Mietwagen kann man natürlich spontan vor Ort im Ausland buchen. Doch wer dieses zuhause macht, hat im Konfliktfall einen Ansprechpartner in Deutschland und kann auf deutsches Recht zählen. Weiterhin kann er gerade in der Hochsaison sicher sein, dass der vorgebuchte Wagen auch zur Verfügung steht. Zudem ist es manchmal günstiger, einen Mietwagen in Deutschland und nicht im Ausland (z. B. USA) zu buchen. Das Handy gehört längst zu den unverzichtbaren Dingen des Alltags. Was die wenigsten Menschen wissen: Es gibt für Notfälle eine kostenlose Handyortung. Zwar werden heute bei Unfällen die Helfer über ein Handy, das immer jemand dabei hat, sehr schnell gerufen, doch rund ein Drittel aller Anrufer weiß nicht genau, wo er sich gerade befindet und wohin die alarmierten Hilfsdienste kommen sollen. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat deswegen in Zu-
sammenarbeit mit Mobilfunkunternehmen eine kostenlose Notrufnummer ein-
gerichtet, über die Handyanrufe genau geortet und mit Straßendaten verknüpft werden können, so dass Einsatzkräfte schneller und genauer zum Unfallort ge-
schickt werden können. Über die Nummer 0800 - 668 3663 erreichen Sie - wie über die Notrufsäulen an den Autobahnen - den Notruf der Autoversicherer, der die notwendigen Hilfsmaßnahmen einleitet und sie auf dem Laufenden hält. Also: Telefonnummer speichern!

Deutsche BKK, Magazin Ausgabe 2 / 2006

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